Misteltherapie

Schmarotzer auf Bäumen – Helfer in der Medizin


Von den weltweit etwa 100 Arten der immergrünen Mistelgewächse finden sich in Deutschland nur zwei davon (Laub- und Nadelholzmistel), aber weitaus mehr Namen dafür: Hexen- oder Donnerbesen, Vogelkraut, Kreuzholz, Immergrün, Wintergrün, Alpenrauke u.a.


Ist das nicht ein Hinweis auf den Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung?


Über den Vogelmist (Mistdrossel) gelangen ihre weißen, erbsengroßen, beerenähnlichen Früchte in die Baumkronen. Dort setzen sich die unverdaulichen klebrigen Samen an den Zweigen fest und keimen zu kugeligen, zuweilen medizinballgroßen Gebilden aus. Dabei entzieht der Schmarotzerstrauch mit den Wurzeln seiner Wirtspflanze Nährstoffe und Flüssigkeit.


Anwendung: Die giftigen Viscotoxine des "Hexenbesens" führen bei einer Injektion in oder unter die menschliche Haut zu einer lokalen Entzündung und anschließend zu einer schmerzhemmenden Wirkung, z.B. bei einer Rheumaerkrankung.


Mistelpräparate spielen eine zentrale Rolle in der anthroposophischen Medizin. Die immunmodulierende Wirkung einzelner Inhaltsstoffe – in Labor- und Tierversuchen nachgewiesen – gibt Anlass, die Misteltherapie auch zur Krebsbehandlung einzusetzen.


Der erhöhte Lebensmut von Patienten nach der Behandlung mit Mistelpräparaten wird in der Literatur immer wieder beschrieben. Die Erkrankten reagieren positiv auf diese Therapie und entwickeln das Gefühl, sich unmittelbar an der Bekämpfung ihres Leidens zu beteiligen. Ein wichtiger Beitrag zur Steigerung ihrer Lebensqualität.


Anwendungsgebiete:

  • Gelenkerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • leichter Bluthochdruck
  • Stimulation des Immunsystems
Die Praxis Dr. med. Richard Pruy in Vohenstrauß nahe Weiden (Oberpfalz) nutzt Misteln zur Steigerung Ihrer Lebensqualität
Die Praxis Dr. med. Richard Pruy in Vohenstrauß nahe Weiden (Oberpfalz) verwendet Misteln werden auch zur Stimulation des Immunsystems